Schilf-Glasflügelzikade – Projektgebiet und amtliches Monitoring
Zoombild vorhanden
© U. Benker, LfL
Das amtliche Monitoring zur Befallserhebung der Schilf-Glasflügelzikade hat begonnen.
Die ersten Klebefolien wurden am 11.05.2026 angebracht und werden in den nächsten Monaten wöchentlich ausgewertet und veröffentlicht.
Hintergrund
Hauptverbreitungsgebiet der Zikade waren ursprünglich Schilf- und Feuchtgebiete des Mittelmeerraums. Begünstigt durch die klimatischen Veränderungen und die stetige Erweiterung des Wirtspflanzenspektrums breitet sie sich seit einigen Jahren z. T. auch massenhaft in Deutschland aus.
Die Schäden durch die Saugtätikeiten der Zikade sind vernachlässigbar, allerdings überträgt sie dabei häufig die bakteriellen Erreger Candidatus Phytoplasma solani und Candidatus Arsenoponus phytopathogenicus. Die Erreger lösen die Krankheiten Stolbur bzw. „Syndrome Basses Richesses“ (SBR). Folgen der Erkrankungen sind z.B. geringer Ertrag, niedriger Zuckergehalt, verdorbenes Erntegut, Qualitätsverluste, Verbräunungen der Gefäßbündelringe und Welkeerscheinungen.
Die Schäden durch die Saugtätikeiten der Zikade sind vernachlässigbar, allerdings überträgt sie dabei häufig die bakteriellen Erreger Candidatus Phytoplasma solani und Candidatus Arsenoponus phytopathogenicus. Die Erreger lösen die Krankheiten Stolbur bzw. „Syndrome Basses Richesses“ (SBR). Folgen der Erkrankungen sind z.B. geringer Ertrag, niedriger Zuckergehalt, verdorbenes Erntegut, Qualitätsverluste, Verbräunungen der Gefäßbündelringe und Welkeerscheinungen.
Zunächst fielen die Schäden in erster Linie im Kartoffel- und Zuckerrübenanbau auf, doch es kamen und kommen stetig neue Wirtspflanzen hinzu. Beispielsweise wurden auch an Roter Bete, Karotten, Pastinaken, Wurzelpetersilie und weiteren Gemüsekulturen Schadsymptome, abgelegte Eier und geschlüpfte Nymphen beobachtet. An manchen Kulturen, wie etwa Zwiebeln, traten zwar Schadsymptome auf, es wurden aber bislang keine Eiablage oder Nymphen nachgewiesen. Wiederum andere Kulturen, darunter auch alle Arten von Wintergetreide, erleiden selbst keinen Schaden, dienen aber den Nymphen der Schilf-Glasflügelzikade als Futterquelle.
Die Kenntnis des Lebenszyklus der Zikade ist wichtig für eine erfolgreiche Kontrolle und eine Eindämmung der Schäden.
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© C. Lang; Verband des hessische-pfälzischen Zuckerrübenanbauer e. V.
Adulte Tiere fliegen im Mai/Juni in z. B. Zuckerrübenbestände ein, saugen dort, übertragen Krankheitserreger und legen Eier im Boden ab. Die Nymphen entwickeln sich ab Spätsommer im Boden, überwintern an Wurzeln (oft Winterweizen) und wandern im Frühjahr als neue Generation aus. Sie fliegen wiederum geeignete Wirtspflanzen, wie Zuckerrübe, Kartoffel etc. an und der Zyklus beginnt von neuem. Aufgrund dieses periodischen Ablaufs kommt der Fruchtfolge als Werkzeug zur Regulierung eine zentrale Bedeutung zu.
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© AELF NW
Die Reduktion der Population durch Fruchtfolgeanpassung mit Schwarzbrache ist das Fundament der SBR/Stolbur-Bekämpfung und die effektivste ackerbauliche Maßnahme.
Nach Wirtspflanzen soll daher keine Winterung und keine Zwischenfrucht angebaut werden. Der Acker soll also bis ins Frühjahr möglichst ohne Bewuchs bleiben und den Nymphen keine Nahrung bieten.
Nach Wirtspflanzen soll daher keine Winterung und keine Zwischenfrucht angebaut werden. Der Acker soll also bis ins Frühjahr möglichst ohne Bewuchs bleiben und den Nymphen keine Nahrung bieten.
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© AELF NW
Das Projektgebiet wird auf der Landkarte orange schraffiert dargestellt. Ebenso sind die Landkreisgrenzen des Landkreis Donau-Ries auf der Karte eingezeichnet, um die Lage des Projektgebiets zu verdeutlichen.
Gemeinsam mit Betroffenen aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Beratung will man die Erkenntnisse aus anderen Befallsgebieten nutzen, um Bekämpfungsstrategien weiterzuentwickeln und Erträge langfristig zu stabilisieren. Aus diesem Grund wurde im Herbst 2025 das Praxisprojekt „Fruchtfolgeumstellung Nördlinger Ries“ initiiert. Ziel des Projekts ist es, bestenfalls alle Betriebe des Gebiets für die Teilnahme an diesen Maßnahmen zu gewinnen. Dafür wurden auch rechtliche Ausnahmen z. B. von der Mindestbodenbedeckung ermöglicht. Eine Fruchtfolgeanpassung ist nicht für jeden ohne weiteres umsetzbar, trotzdem nehmen bereits im ersten Jahr mehr als 70 % der Betriebe im Projektgebiet teil. Das Gebiet umfasst rund 30 000 Hektar Ackerfläche.
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© AELF NW
Die Ausbreitung der Zikade kann sehr dynamisch erfolgen, d. h. man beobachtet einen sprunghaften Anstieg durch massenhafte Vermehrung in kurzen Zeiträumen. Mit Befallserhebungen sollen regionale Flughöhepunkte bestimmt und Ausbreitungsdynamiken beobachtet werden. Das AELF-NW unterstützt das amtliche Monitoring im Dienstgebiet.
| Standort - Kultur | Unterglauheim - Zuckerrüben | Gremheim - Kartoffeln | Gundelfingen - Kohl | Schwörsheim - Kartoffeln | Wallerstein - Kartoffeln | Löpsingen - Zuckerrüben | Peterswörth - Zuckerrüben | Peterswörth - Zuckerrüben |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kontrolltermine | Anzahl Zikaden | |||||||
| 18.05.2026 | O | O | O | |||||
| 26.05.2026 |

