Krankheitsmonitoring im Getreide KW 17

In Wintergerste und -weizen können verschiedene Krankheiten auftreten. Zur Bestimmung des optimalen Fungizideinsatzes werden auch in diesem Jahr am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen-Wertingen wöchentlich Proben genommen und analysiert.

Die Proben für die folgenden Hinweise wurden am 20. April genommen. Ziel des Monitorings ist es, unnötige Fungizid Anwendungen zu vermeiden und trotzdem auftretende Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen. Ein Pflanzenschutzeinsatz ist immer erst bei Überschreitung der wirtschaftlichen Schadschwelle sinnvoll. Erst zu diesem Zeitpunkt übersteigt der abgesicherte Mehrertrag die Kosten für Mittel und Überfahrt. Mit Ausnahme 2024 haben die letzten Jahre gezeigt, dass es oft sehr wirtschaftlich ist, nur eine Fungizidmaßnahme durchzuführen oder sogar ganz darauf zu verzichten. Besonders vorbeugende Fungizideinsätze zum Wachstumsregler-Termin sind nicht sinnvoll und nach guter fachlicher Praxis abzulehnen.

Die Monitoring-Ergebnisse dienen als Hilfestellung zur Planung des Pflanzenschutzeinsatzes. Hierfür wurden auf 4 Standorten Spritzfenster, innerhalb derer keine Fungizide eingesetzt werden, angelegt. Wöchentlich werden ab dem Entwicklungsstadium BBCH 30 Pflanzenproben vom AELF Nördlingen-Wertingen gezogen und anschließend vom AELF Augsburg ausgewertet. Dieses Jahr befinden sich die Monitoringflächen sowohl für Wintergerste als auch für Winterweizen in der Umgebung von Löpsingen und Marzelstetten.

 OrtSaatterminBodenbearbeitungVorfruchtSorte
WintergersteLöpsingen08.10.2025PlugWinterweizenSandra
WintergersteMarzelstetten14.10.2025PlugSilomaisArthene
WinterweizenLöpsingen21.10.2025GrubberKartoffelnPatras
WinterweizenMarzelstetten21.10.2025GrubberWinterrapsLG Optimist
Die Ergebnisse helfen den Landwirten bei der Planung, sind allerdings nicht als allgemeine Empfehlung anzusehen. Ein geplanter Fungizideinsatz ist immer anhand der aktuellen Witterung und dem Krankheitsdruck auf dem eigenen Schlag abzuwägen.

Die Beprobung in Wintergerste für KW 17 zeigt folgende Ergebnisse

Krankheitssituation bei Wintergerste 2026 - Monitoring Schwaben und Oberbayern West
LandkreisStandortSorteEC-StadiumMehltauRynchosporiumNetzfleckenZwergrostHalmbruch
ARettenbergenSandra33----O
AICHandzellArthene32----
DAHOberrothArthene37----
DLGMarzelstettenArthene33----O
DONLöpsingenSandra32----
EIBuxheimJulia33----O
EISeuversholzJulia31----
FFBMaisachAlmut32----O
GZNornheimArthene32----
GZSchneckenhofenArthene32----
MNBronnenArthene33----O
LLLandsberg a. L.Arthene32----

Befallseinstufung
- = kein Befall
O = Befall unterhalb der Bekämpfungsschwelle
● = Bekämpfungsschwelle überschritten

Die Wintergersten haben überwiegend das Zwei- bis Dreiknotenstadium erreicht. Die Krankheitssituation ist aufgrund der kühlen und trockenen Witterung weiterhin sehr entspannt. Auf den relevanten Blattetagen der Monitoringproben wurden keine Krankheiten gefunden. Auch kein Zwergrost, der in den letzten Jahren eine Rolle spielte. Bei einigen Proben wurde bereits Halmbruch untersucht. Allerdings ist der Befall mit 0-13 % infizierter Pflanzen gering und liegt deutlich unter der Bekämpfungsschwelle. Die Bestände präsentieren sich gesund und erfordern derzeit keine Erstbehandlung mit einem Fungizid. Wachstumsregler kann zugunsten des Shiftings solo ausgebracht werden.

Die Beprobung in Winterweizen für KW 17 zeigt folgende Ergebnisse

Krankheitssituation bei Winterweizen 2026 - Monitoring Schwaben und Oberbayern West
LandkreisStandortSorteEC-StadiumMehltauSeptoria nodorumSeptoria triticiDTRGelbrostBraunrostHalmbruch
AAchsheimSU Mangetron30------
AUntermeitingenLG Optimist31------
AICAinertshofenKWS Keitum30------
DAHWelshofenRGT Reform30------
DLGMarzelstettenLG Optimist30------
DONLöpsingenPatras31------
EIBuxheimRGT Konzert31------
EISeuversholzRGT Reform30------
FFBDürabuchSU Jonte30------
GZSchneckenhofenPatras31------
GZRettenbachAmbientus31------
MNBronnenLG Optimist31O-----
NDFeldkirchenPolarkap31------
PAFScheyernPolarkap31------
LLLandsberg a.L.KWS Emerick31------

Befallseinstufung
- = kein Befall
O = Befall unterhalb der Bekämpfungsschwelle
● = Bekämpfungsschwelle überschritten
() = Befall auf den unteren Blattetagen bzw. Bekämpfungszeitraum noch nicht erreicht!

Die Winterweizenproben haben im Vergleich zur Vorwoche auch aufgrund der kühlen Nächte im Wachstum kaum zugelegt und waren mit BBCH 30-31 auch diese Woche erst am Beginn des betrachtungsrelevanten Zeitraums im Weizenmodell. Bis auf wenige unterschwellige Septoriainfektionen auf dem nicht relevanten F-5, die in der gegenwärtigen Situation keinen Schaden anrichten, waren die Proben befallsfrei. Eine Fungizidmaßnahme zum jetzigen Zeitpunkt ist im Winterweizen nicht notwendig.